Die Welt der Whiskys kurz erklärt

Bei Begriffen wie „Pot Still“ oder „Rye Whiskey“ verstehst Du noch nicht alles? Kein Problem – wir erklären Dir hier in einer kleinen Übersicht die wichtigsten Begriffe. Damit kannst Du bei Deinem persönlichen Whisky-Tasting mit Freunden auftrumpfen und anerkennende Blicke quasi als Semi-Whisky-Profi ernten.

goldene Linie als Dekoration

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Die Ursprungsländer
Klar, bei Whisky denkt man zuerst an Schottland und Irland, den Mutterländern des Whiskys. Mit dem Aufbruch in die „Neue Welt“ nahmen viele Emigranten das Wissen um die Destillationskunst mit nach Amerika. Hieraus entwickelte sich auch in den USA eine lebhafte Bourbon-Whiskey-Kultur.
Mittlerweile wird auch in exotischeren Ländern wie Indien oder Japan eine regelrechte Whisky-Kultur betrieben. Aber auch in Deutschland oder der Schweiz ist man auf den lokalen Märkten angekommen. Neuen Genüssen steht also nichts im Wege!
  • Scotch Whisky kommt immer aus Schottland, Irish Whisky immer aus Irland
  • der weltweit größte Whisky-Produzent ist mittlerweile Indien

Warum schreibt man „Whisky“ oder „Whiskey“?
Ganz einfach: die USA und Irland haben „Whiskey“, alle anderen „Whisky“. So ist es ein "Amerikanischer Bourbon Whiskey", aber ein "Japanischer Whisky".

goldene Linie als Dekoration

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Und was ist in einem Whisky drin?

Die Antwort hängt vom Produktionsland ab. Allerdings ist es in heutiger Zeit auch recht einfach und günstig, entsprechende Zutaten quer über die Ozeane zu verschiffen. Die Tradition ist dann aber doch ausschlaggebend für die Whisky-Produktion. So reichen z.B. die Anbauflächen für Gerste in Schottland bei weitem nicht für die Whisky-Produktion aus, so dass auch hier auf importierte Gerste zurückgegriffen wird. 
  • guter Scotch und Irish Whisky wird aus Gerste hergestellt
  • amerikanischer Bourbon-Whisky wird hauptsächlich aus Mais produziert
  • auch aus Weizen und Roggen lassen sich Whiskys herstellen, im asiatischen Raum auch gerne aus Reis

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Die Herstellverfahren

Pot Still Destillation
Eine der ursprünglichsten Methoden ist die Pot Still Destillation. Hierbei wird die zu destillierende Flüssigkeit in einen großen Brennkessel gefüllt und erhitzt. Der erhitze Dampf wird aufgefangen und abgekühlt, oft wird dieser Prozess auch mehrfach wiederholt.

Column Still Destillation
Der Vorteil bei diesem Verfahren ist, dass die Brennblasen nicht nach jeder Charge gereinigt werden müssen. Die Destillation kann fortlaufend in hohen Stahlsäulen erfolgen und senkt somit die Herstellkosten. In den USA wird diese Methode hauptsächlich angewendet.
  • Pot Still = traditionell, was sich auch im Geschmack niederschlägt
  • Column Still = schnelles und einfaches Verfahren für die Massenproduktion

goldene Linie als Dekoration

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Die Seele des Whiskys – die Reifung

Whisky entwickelt seinen Geschmack erst durch seine Reifung und Lagerung. Hier gibt es  gerade bei der Wahl der Fässer große nationale Unterschiede.
In Amerika DÜRFEN nur frische Fässer aus Eichenholz verwendet werden, während in Schottland oder Irland auch mal Second-Hand-Ware verwendet werden darf. Dies ist gar kein  Nachteil, denn oft entstehen durch die Verwendung von z.B. gebrauchten Sherry-Fässern entsprechend gewünschte Aromen und Geschmäcker.
  • amerikanischer Whiskey muss mindestens 2 Jahre lagern
  • europäischer Whisky (also auch schottischer oder irischer Whisk(e)y) mindestens 3 Jahre
  • nach oben sind, bei professioneller Lagerung, keine Grenzen gesetzt. Das Lageralter schlägt sich entsprechend bei den Preisen nieder
Mittlerweile werden mehr und mehr Whiskys, auch von namhaften Destillerien, ohne Altersangabe angeboten, sogenannte „No-Age-Statement“-Whiskys. Hierbei muss nur die gesetzliche Mindestlagerfrist von 3 Jahren eingehalten werden. Oft werden mehrere Jahrgänge auch höheren Alters vermählt.

goldene Linie als Dekoration

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Allerlei Whisky-Begriffe

  • Malt Whisky – fast ausschließlich aus Schottland. Herstellt wird er aus gemälzter Gerste im doppelten oder dreifachen Pot Still Verfahren und lagert mindestens 3 Jahre
  • Single Malt Whisky – alle Fässer stammen aus einer einzigen Brennerei
  • Blended Whisky – dieser Whisky ist nicht „sortenrein“, d.h. er kann aus verschiedenen Brennereien, Fässern und Jahrgängen bestehen. Die hohe Kunst ist es, die verschiedenen Whiskys zu einem Gesamtkunstwerk zu vereinen. Blended Whisky muss nicht unbedingt schlecht sein, zumal sich die großen Blended-Marken eines einfachen Tricks bedienen, um gleichbleibende Qualität und Aromen zu liefern: kleinere Brennereien verkaufen ihre Produkte (oft auch Single Malts) an die namhaften Marken und nicht in Eigenregie, so bleibt der Geschmack konstant. Übrigens: rund 90% der verkauften schottischen Whiskys – Single Malt hin oder her – sind Blended Whiskys
  • Blended Malt Whisky – ein relativ neuer Begriff, der wie der Name schon verrät eine Komposition von diversen Malt Whiskys ist. Wird oft auch als „Pure Malt“ oder „Vatted Malt“ angeboten
  • Grain Whisky – wird aus einer beliebigen Getreidesorte hergestellt, meist aus dem preiswerteren Weizen. Oft wird dieser Whisky dann als „Blended Whisky“ beigemischt
  • Bourbon Whisky – amerikanischer Whisky, der aus allen Bundesstaaten stammen kann. Lediglich der Begriff „Tennessee Whisky“ ist regional geschützt und der Whisky wird vor der Lagerung über Kohle von Ahornholz gefiltert. Bourbon Whisky enthält mindestens 51% Mais als Grundzutat
  • Rye Whisky – als Grundzutat müssen mindestens 51% Roggen enthalten sein. Rye Whisky hat einen deutlich würzigeren Geschmack als Bourbon oder Malt Whisky
  • Corn Whisky – dieser Whisky besteht zu 100% aus Mais und ist somit relativ fade im Geschmack. Daher dient er gerne Basis für Blended Whiskys
  • Single Cask / Single Barrel – vom einzelnen Fass direkt in die Flasche, bzw. durch Zugabe von Wasser wird der Whisky auf ein trinkbares Niveau geführt. Auch wenn durchweg auf eine gleichbleibende Qualität geachtet wird, so lassen sich doch von Fass zu Fass gewisse feine Nuancen erkennen
  • Small Batch – hier werden einzelne Fässer einer Destillerie vermählt und zu einem harmonischen Kunstwerk vereint. Allerdings, es gibt keine Regelung, wie „small“, also klein diese Auswahl sein muss oder darf. Dennoch werden oft geschmacklich interessante Fässer auserkoren
  • Bonded Whiskey / Bottled in Bond – dieser Zusatz findet sich auf manchen Bourbon-Whiskeys. Mindestens 50% vol. und 4 Jahre Lagerzeit sind vorgeschrieben, und zusätzlich die Tatsache, dass sie unter Zollverschluss gelagert werden müssen. Das klingt toll, hat aber auf Qualität und Geschmack gar keinen Einfluss und ist somit eine sehr schmackhafte Marketingmaßnahme
Jetzt hast Du einen kleinen theoretischen Einblick in die Welt der Whiskys erhalten. Es liegt an Dir, den praktischen Teile zu übernehmen und Deinen Favoriten zu finden. Lasse Dich nicht entmutigen, wenn Du bei den ersten 2-3 Sorten oder Marken noch nicht am Ziel bist. Um seinen Favoriten zu finden gehört es auch dazu zu erfahren, was Du eben nicht magst.

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