Der Trend zu Gin mit Tonic Water ist seit einigen Jahren ungebrochen – warum eigentlich?

Noch vor rund zehn Jahren galt Gin Tonic als Relikt vergangener Jahrzehnte, und höchstens Queen Mum in England wurde es als Lieblingsgetränk angedichtet. Dann wandelte sich das Blatt – und wie so oft: mit besserer Qualität und größerer Auswahl stieg die Zahl der Fans rasant an. Seitens der Industrie wurde dies natürlich schnell bemerkt und der Hype mit einer guten Portion Marketing befeuert.  Allerdings auch zu Recht, denn mittlerweile findet so gut wie jeder Fan und Newcomer in Sachen Gin and Tonic seinen Favoriten.
Alleine in Deutschland gibt es derzeit mehr als 300 Gin-Destillerien, von kleineren Nischanbietern bis zu den mittlerweile etablierten Marken am Markt. Und dass die Herstellung von Gin weit mehr als nur ein Hobby ist, bewies zuletzt GINSTR im Jahre 2018, als die kleine Manufaktur aus Stuttgart beim International Wine & Spirit Competition (IWSC). in London den Goldenen Preis in der Kategorie „Gin & Tonic“ abräumte.

goldene Linie als Dekoration

So machst Du einen perfekten Gin Tonic

Los geht's!

das Bild zeigt das Symbol von zwei Limetten

  • eine kleine Flasche (200ml) Tonic Water
  • Eiswürfel in ein Longdrink-Glas oder in ein Highball-Glas geben
  • Leicht (!) mit einem Cocktaillöffel umrühren
  • Deko: Zitrone, Limette oder nach belieben eine Scheibe Gurke

Bild einer Caipirinha mit einem Stößel im Vordergrund

goldene Linie als Dekoration

Wann nehme ich eine Zitrone, und wann eine Gurke?

Die Antwort ist sehr knapp und simpel – so, wie du es magst! Keiner schreibt dir vor, was in deinem Getränk enthalten sein muss. Es entscheidet immer Dein eigener Geschmack!

Warum ist Tonic eigentlich so bitter? Und woher kommt der Gin Tonic?

Tonic Water enthält Chinin, wodurch es seinen typisch bitteren Geschmack erhält.  Chinin wird aus der Baumrinde des Chinarindenbaums gewonnen, der v.a. in den Anden in Venezuela und Bolivien heimisch ist.  Seinen Namen erhielt Chinin wohl von der Gräfin von Chinchón, Gattin des Vizekönigs Luis Jerónimo de Cabrera der spanischen Kolonien im 17.Jahrhundert. Die Gräfin erkrankte an Malaria und konnte durch ihren Arzt de Vega mit einem Trunk aus Rindenpulver geheilt werden – so zumindest die Legende.
Fortan galt ein chininhaltiges Gebräu als Wundermittel. Damit es allerdings auch bei der breiten Masse  Geschmack findet, wurde daraus eine Art Limonade mit Zucker und weiteren Aromen. Schließlich waren es die englischen Seefahrer, die Tonic als präventive Medizin ansahen. Aber auch hier war der Geschmack noch gewöhnungsbedürftig – und mit ein bisschen Gin rutschte die bittere Medizin besser. Et voilà , der Gin and Tonic war erfunden. Manchmal ist Geschichte ganz einfach und lecker zugleich.
Übrigens ist die medizinische Wirkung von Chinin mittlerweile nachgewiesen – in Limonaden ist die Konzentration heutzutage aber zu gering, um wirklich als Wirkstoff  durchgehen zu können.

Bild einer Caipirinha mit einem Stößel im Vordergrund

goldene Linie als Dekoration

Das passende Tonic Water

Tonic Water lässt sich, vereinfacht, in vier Hauptkategorien unterteilen:
  • Dry (trockene) Tonic Water
    Sie besitzen ein dezent bitteres Aroma, somit sind sie der ideale Begleiter von Gins mit einem ausgeprägtem Eigenaroma.
  • Würzige Tonic Water
    Ein leichtes Tonic mit geringerem bitteren Geschmack und zurückgenommener Citrusnote. Dadurch werden würzige und kräuterbasierte Ginsorten hervorgehoben.
  • Florale und fruchtige Tonic Water
    Ebenso wenige Bitterstoffe, dafür eine dezent blumige oder fruchtige Note. Passen hervorragend zu ebenso fruchtigen leichten Gins. Aber Achtung – manche Gins haltem dem süßeren Geschmack des Tonics nicht stand und verlieren so Ihren Charakter.
  • Classic bzw. Indian Tonic Water
    Diese besitzen sowohl einen höheren Chinin- als auch Zuckeranteil, somit sind sie sehr dominant und benötigen einen gleichwertigen Gin-Gegenspieler.
Es bleibt nicht anderes übrig, als selbst du experimentieren. Wir sagen nämlich nicht „trink diesen Gin mit diesem Tonic“ – vielmehr solltest Du Dich herantasten und eine Reise durch alle Gebiete und allen Kombinationen machen. Und am Ende findet Du Deinen wohlverdienten Favoriten!

Bild einer Caipirinha mit einem Stößel im Vordergrund

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Extra Tipp:

Gin and Tonic and Botanicals

das Bild zeigt das Symbol von zwei Limetten

Wenn Du, wie zuvor, auf Deine Reise und der Suche nach deinem Lieblingsgetränk bist, mache von Zeit zu Zeit einen Abstecher in die Welt der Kräuter und Gewürze.

Probiere wie anfangs erwähnt die Gurkenscheibe aus, stecke einen Zweig frischen Thymian in den Gin Tonic, oder ein bisschen Basilikum. Du kannst auch mit getrockneten Gewürzen experimentieren: Rosenknospen, zusätzliche Wacholderbeeren, Kardamom oder schwarzer Pfeffer – schaue in Deinem Gewürzregal nach, füge die Gewürze Deinem Gin Tonic hinzu, und nach kurzer Zeit findest Du völlig neue Geschmacksnoten.

Bild einer Caipirinha mit einem Stößel im Vordergrund